Demokratie in einer geschwisterlichen Kirche

Die katholische Kirche ist auch im 21. Jahrhundert noch eine absolute Monarchie.
Der Papst hat die höchste exekutive, gesetzgebende und richterliche Gewalt inne.
Eine monarchische Weltkirche steht damit quer in der modernen westlichen Welt,
die in Politik, Vereinen und Genossenschaften auf die Mitbestimmung aller baut.
Der aktuelle Bischof von Rom tritt erfrischend geschwisterlich auf und lässt sich
dabei von jenen nicht lähmen, die eine "Entzauberung der Kirche" beklagen.
Er verlagert Kompetenzen vom Zentrum Rom in die verschiedenen Ortskirchen,
setzt auf die Kollegialität aller Bischöfe und auf synodale Reformen
und er sieht den Geist Gottes im Volk und in jeden einzelnen wirken.

Wie lässt sich der beherzte Übergang vom Monarchischen
zu Geschwisterlichkeit von der Kirchenbasis her mitvollziehen?
Wo darf und muss das Volk Gottes für demokratischere Strukturen einstehen?
Wieweit ist ihr dabei das Zusammenspiel mit dem Staat hilfreich?

Der reich illustrierte Vortrags- und Diskussionsabend
setzt bei der aktuellen Verfassung der katholischen Kirche an
und zeigt auf, weshalb ein geschwisterlicher Papst viele Nostalgiker irritiert.
Blicke in die Kirchengeschichte zeigen auf, dass Kirche und Demokratie
in verschiedene Epochen und Formen vielfältig zusammenspielten -
und seit wann sich eine elitäre "Klerikerherrschaft" etabliert hat.
Franziskus von Rom ermutigt mit Franz von Assisi zu weit mehr als Demokratie:
zu einer Kirche, die sich als "Volk Gottes" und Weggemeinschaft versteht
und die sich auch ökumenisch und und interreligiös geschwisterlich beherzt zeigt.

Referent:

Br. Dr. Niklaus Kuster

Datum Do 27.06.2019, 19.00 Uhr
Gebühr 8€
Veranstalter KEB DGF-LAN